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Vergangene Fälle des Monats

Fall des Monats: Juni 2026

Zu wenig Material für die Histo - was tun?

Aufnahmesituation:

Ein Patient stellt sich mit einem bekannten rezidivierenden Urothelkarzinom der Harnblase pTaG1 Low grade ED 2016 erneut zur TUR-B vor (02-2026).

Diagnose:

Urothelkarzinom der Harnblase, rezidivierend

  • Multiple Resektionen, zuletzt Tumornachweis 2020
  • Zuletzt makroskopisch papilläre Befunde ohne Nachweis von Malignität 04/2025

OP-Bericht:

Steinschnittlagerung. Hautdesinfektion und Abdecken mit sterilen Tüchern nach Klinikstandard.

Team-Time-Out, perioperative Antibiose mit Unacid 3g i.v. (testgerecht).

Instillation von sterilem Gleitgel in die Harnröhre. Enterieren mit dem Obturator, nach Erreichen der Blase Wechsel auf das Resektoskop. Systematische Zystoskopie: Das Urothel ist ubiquitär vermehrt gefäßinjiziert. Am Blasenboden findet sich ein größeres narbig-sklerotisches Areal. Es finden sich je zwei Ostien links und rechts auf der Harnleiterleiste bei Ureter duplex beidseits. Diese liegen jeweils sehr nah beieinander. Unmittelbar vor dem lateral befindlichen Ostium links (obere Anlage) befindet sich eine winzige papilläre Tumorstruktur (circa 1/3 der Schlingenbreite). Die Ostien rechts sind unauffällig. Am Dach und an der Hinterwand befindet sich eine punktförmige Urothelveränderung. Diese Befunde werden koaguliert.
Es erfolgt die Resektion der Struktur am Ostium links in toto. Asservation des Resektats und Einsenden in die Histopathologie. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Ostium wird hier mit der Schlinge nur punktuell koaguliert. Eine suffiziente Hämostase ist abschließend gegeben.
Ausgehen mit den Gerätschaften. Anlage eines transurethralen Spülkatheters nach Applikation von sterilem Gleitgel (Blockung 20ml). Der Urin läuft klar.

Procedere:
Spülung kontinuierlich, wenn Urin klar, Mitomycin-Frühinstillation
Am 21.02. Sono linke Niere und E (Hybrid-Eingriff)
keine Nachresektion

Histologie:

Histo-/Zytopathologische Diagnose/Beurteilung: Nach labortechnischer Bearbeitung kein verbliebenes Material zur Anfertigung eines histologischen Schnittpräparates. Die klinische Fragestellung (Rezidiv eines papillären Blasentumors ?) kann am vorliegenden Material nicht beantwortet werden.

Was ist die richtige Kodierung?

Variante 1

ICDC67.0; ND C97 + C67.1 + C67.4
OPS5-573.40
DRGL20C

Variante 2

ICD  D41.4; ND C67.8
OPS5-573.40
DRGL20N

Variante 3

ICD D30.3; ND C67.8
OPS5-573.40
DRGL20N

Regelwerke, die in Betracht gezogen werden können:

DKR D008b - Verdachtsdiagnose

Es erfolgte eine lokale Installation von Mitomycin zur Behandlung einer invasiven Komponente.

Was ist die richtige Kodierung? Eure Meinung und Einschätzung?

Wir werden diesen Fall in der Fallbesprechung am Donnerstag, den 25. Juni 2026 um 15:30 Uhr besprechen.
Die Teilnahme ist unter diesem Link möglich.

Wir freuen uns auch über schriftliche Einschätzungen und weitere Fallbeispiele an kodierwissen@kodierboerse.de