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Fall des Monats

Auf dieser Seite stellen wir den Fall des Monats November 2025 mit der zugehörigen Kodierdiskussion vor.

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Fall des Monats: November 2025

Beatmung - intraoperative Komplikation: Beatmungszeit berechnen

Operationsbericht:

Die Operation erfolgt in standardisierter Rückenlagerung des Patienten. Nach sorgfältiger 3-maliger Hautdesinfektion und 5-minütigem Zuwarten steriles Eingrenzen des OP-Gebietes mit Tüchern in üblicher Weise. Team-time-out.

Großflächiges chirurgisches Wunddébridement im Bereich der Amputationsstelle von Digitus pedis 5 rechts. Währenddessen kommt es zu einer akuten Aspiration bei einliegender LAMA, sodass die Operation zunächst unterbrochen wird. Es erfolgt die anästhesiologische Durchführung einer Intubation und einer Bronchoskopie.

Um die Operation aufgrund von oben genannter Komplikation möglichst schnell zu beenden wird auf ein weiteres Wunddébridement verzichtet und es erfolgt das Aufbringen der bereits geöffneten Fischhaut und anschließend das Aufbringen eines schwarzen VAC-Schwamms mit der Folie und des Trackpads. Konnektion mit der VAC-Pumpe die auf ein Sog von 125 mmHg eingestellt wird. Polsterverband.

Am Ende der Operation stimmt sämtliches Textil-, Instrumenten- und Nahtmaterial auf Abfrage. Der Patient wird intubiert und beatmet zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation verbracht.

Im Anschluss an diese Operation wird der Patient (Alter > 18, Aufnahme 10 Tage vor dieser OP) noch 9,25 Stunden an diesem Tag invasiv beatmet (Druckdifferenz kontinuierlich > 6mbar) und am Folgetag weitere 4 Stunden (ebenso Druckdifferenz >6mbar). Anschließend benötigt der Patient keine weitere Beatmung im gesamten Aufenthalt.

Wie kodiere ich die Beatmungszeit?

Bei diesem Patienten ist unklar, mit welcher Druckdifferenz die Beatmung zu Beginn der Operation mittels LAMA durchgeführt worden ist, da kein Anästhesieprotokoll vorhanden ist.

Unstrittig ist, dass diese Beatmung unter 24 Stunden in Summe gedauert hat.

Laut DKR sind Beatmungen integraler Bestandteil einer Operation, wenn sie zur Durchführung einer Operation oder während einer Operation begonnen wird und nicht länger als 24 Stunden andauert.

Allerdings bezieht sich die DKR im Abschnitt "Berechnung der Dauer der Beatmung" auf die Definition zu Beginn dieser Kodierrichtlinie 1001. In dieser Definition ist eine Druckdifferenz von mind. 6mbar erforderlich für die maschinelle Beatmung i.S.d. DKR (ab 6. vollendeten Lebensjahr).

Die Beatmung wurde hier eindeutig zur Durchführung der Operation begonnen (Larynxmaske / LAMA). Aber ob diese LAMA Beatmung auch eine Beatmung im Sinne der DKR war, lässt sich der Dokumentation nicht entnehmen.

Im speziellen Fall hier kommt man, je nachdem, ob die LAMA als Beginn der Beatmung im Sinne der DKR gewertet wird oder nicht auf 0 Stunden oder auf 28 Stunden Beatmungszeit.

Das Grouping im vorliegenden Fall ist F27A mit 2,407 CMP oder F43A mit 4,340 CMP.

Nicht dokumentiert, ist nicht gemacht?

Der MD sieht das in diesem Fall anders und hat die Beatmungszeit auf 0 Stunden gekürzt.

Eure Meinung und Einschätzung?

Schreibt gerne an kodierwissen@kodierboerse.de

Zusammenfassung:

Aus den eingegangenen Antworten ergibt sich keine zusätzliche Information, außer dass diese spezielle Situation bislang scheinbar ungeklärt ist. Mal schauen, ob wir hier mit dem Kostenträger eine Einigung erzielen oder irgendwann ein Urteil dazu veröffentlichen können.